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Verein | News | 13.05.2020
13.05.2020
Die Schiedsrichter des VfB Ginsheim, Teil 8

Timo Hager …einer, der es wissen wollte

„Warum wird man eigentlich Schiedsrichter“? „Diese Frage wird wohl jeder anders beantworten, aber etwas haben wir Schiedsrichter doch alle gemeinsam: Die Liebe zum Fußball.“ Mit dieser rhetorischen Anmerkung legen Timo Hager und Maxi Martin ihre Sicht über das Tätigkeitsfeld eines Schiedsrichters in einem Beitrag zur Festschrift des VfB Ginsheim dar, die zum hundertjährigen Jubiläum im Jahr 2016 erschienen ist. In der „Sicht von Innen“, wie sie ihren Aufsatz titulierten, führen sie den Leser in ein breitgefächertes Spektrum des Schiedsrichterwesens, das zusätzlich von eigenen Empfindungen geprägt ist und auf die in vorliegendem Bericht wiederholt Bezug genommen wird.

Seiner Entscheidung, Schiedsrichter zu werden, lagen verschiedene Kriterien zugrunde, stellt Timo klar. Mit seinen fußballerischen Mitteln habe er nie etwas gerissen und so sei in ihm, auch auf Anregung von Manfred Saul, die Vorstellung gewachsen, seine Sportart Fußball in anderer Funktion mit Pfeife, Karten und allerlei Kenntnissen über das Regelwerk weiterhin auszuüben. Auch die Wut über die eine oder andere schlechte Schiedsrichterleistung habe ihn angetrieben, es besser machen zu wollen. Gemeinsam mit Maxi Martin und Till Koziol erfolgte die Anmeldung zum Lehrgang in 2011, dem sich ziemlich schnell ein Einsatz bei einem E-Jugend-Turnier in Rüsselsheim anschloss, gefolgt von einem Spiel der E-Junioren zwischen TuS Rüsselsheim und RW Walldorf. Seine größte Angst in diesem Spiel sei gewesen, vergessen können, die Uhr zur 2. Halbzeit zu starten.

Die schönsten Erlebnisse erzeugten immer die jeweils ersten Spiele in einer neuen Spielklasse, in die man zuvor aufgestiegen war und die mit einer erfolgreichen Spielleitung abgeschlossen wurden, fährt Timo fort. Premieren, wie das erste Verbandsligaspiel bei den Herren, ein Hessenligaeinsatz (Hadamar gegen Lohfelden) im Rahmen des Förderkaders des Verbandes oder das erste Spiel in der B-Junioren-Bundesliga zwischen Mainz 05 und dem KSC sind für ihn deshalb in besonderer Erinnerung. Highlights seien für ihn definitiv auch die Reisen zu den Nachwuchsleistungszentren der Bundesligaclubs im gesamten Bundesgebiet. Hier komme man mit der Leitung von temporeichen Spielen auf einem extrem hohen spielerischen Niveau dem professionellen Fußball sehr nahe.

Als leidlichen Aspekt betrachtet Timo den mangelnden Respekt vor allem in unteren Ligen gegenüber Menschen, die ihre Freizeit opfern, damit andere ihrem Hobby nachgehen könnten. Die 14-65jährigen Schiedsrichter, die zur Zielscheibe von Anfeindungen würden, seien doch diejenigen, die ein Fußballspiel erst ermöglichten.

In der Schiedsrichtertätigkeit sieht Timo definitiv Potenzial zur Persönlichkeitsentwicklung. Man komme schon im jugendlichen Alter Woche für Woche mit unzähligen Charakteren in Kontakt und lerne dabei, sich durchzusetzen und auch unter großem Druck cool zu bleiben. Dies habe auch Auswirkungen auf Schule und Beruf und mache auch deshalb dieses Hobby so wertvoll.
Timo setzt sich stets zum Ziel, eine aktuelle Saison ohne grobe Schnitzer über die Bühne zu bringen, wie er wörtlich ausführt. Danach seien Ambitionen auszurichten, in die natürlich Wünsche eingebunden seien, weiter zu kommen, nachdem man sich in der aktuellen Liga etabliert hat.

Der 22jährige Ginsheimer ist Student der Rechtswissenschaften an der Uni Mainz und befindet sich derzeit in der Vorbereitung auf das 1. Staatsexamen. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass er zwischen der „Juristerei und der Schiedsrichterei“, wie er das nennt, Parallelen sieht, auch wenn Gesetzestexte einen anderen Umfang und eine andere Komplexität hätten, als ein Fußball-Regelheft. Er empfindet aber, dass ein Schiedsrichter gleichzeitig Polizist, Staatsanwalt und Richter in einem sei. Schließlich füge sich auch in dessen Tätigkeit das schnelle Erkennen eines Verstoßes, die Abwägung über die Schwere des Fehltritts und die Ahndung der Regelverletzung zu einer kausalen Kette zusammen.

Wenn man sich die Ausführungen von Timo Hager verinnerlicht, hat man das Gefühl, dass er noch nicht am Ende auf der Karriereleiter angelangt ist, gleichwohl die Leitung von Spielen in der Junioren-Bundesliga schon einen beachtlichen Stellenwert beinhaltet. Wir wünschen Timo für seine berufliche und sportliche Zukunft alles Gute, Erfolg und weiterhin viel Spaß an der „Schiedsrichterei“.

In der nächsten und letzten Folge der Serie über die aktuellen VfB-Schiedsrichter berichtet einer u.a. von seinen Erfahrungen in einem Camp einer afrikanischen Fußballakademie.
Thimo Hager beim B-Junioren Bundesligaspiel mit Schalke 04


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