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Verein | News | 01.07.2020
01.07.2020
Wer erinnert sich noch an….

Serdar Aktas,

der 16. Oktober 2007, ein Tag, der für eine ganze Familie zum Schicksalsschlag wurde


Unter der Rubrik „Wer erinnert sich noch an...“ werden wir in der nächsten Zeit in loser Reihenfolge über Personen berichten, die für den VfB Ginsheim einst tätig waren oder als Spieler in ihrer Zeit entweder durch ihre Fähigkeiten oder durch ihr Auftreten für viele VfB-Anhänger noch immer in guter Erinnerung sind.

Serdar Aktas begann zusammen mit seinen Brüdern Cemalettin und Cengiz im Jahr 1991 seine Laufbahn als Schiedsrichter bei Gencerbirligi Bischofsheim. Im Jahr 2000 schlossen sich die Brüder dem VfB Ginsheim an, für den Cemalettin und Cengiz bis 2012 mit Erfolg Spiele leiteten, bevor sie zur ihrem Heimatverein Genclerbirligi zurückkehrten, während Serdar zu diesem Zeitpunkt sein Leben bereits im Rollstuhl verbringen musste.

Es war ein schicksalhafter Tag, der 16.Oktober 2007, jener Dienstag, an dem das Leben der Familie Aktas eine Wende nahm, die fortan sämtliche bis dahin verfolgte Lebensentwürfe unwiederbringlich ins Abseits drängen musste. Serdar hatte an diesem Tag, wie so oft in den vielen Jahren seiner Zugehörigkeit zur Firma Opel, seine Tätigkeiten mit dem Gabelstapler ausgeführt, als ihm ein anderes Fahrzeug die Vorfahrt nahm und ihn in einen schweren Unfall verwickelte. Serdar erlitt erhebliche Kopfverletzungen, die einen längeren Krankenhausaufenthalt zunächst in der Mainzer Uni-Klinik und anschließend in einem Reha-Zentrum in Bernkastel-Kues erforderlich machten. Früh zeichnete sich ab, dass Serdar sein Leben im Zustand der Schwerstbehinderung würde verbringen müssen, auf den Rollstuhl angewiesen sein wird und sich nicht mehr würde artikulieren können. Nach dem Aufenthalt in Bernkastel-Kues folgte am 30. Juli 2008 die Aufnahme in ein Reha-Zentrum der AWO Frankfurt, wo er bis zum 01. Juni 2009 verblieb.

Der VfB Ginsheim setzten sich schon zeitig für Serdar und seine Familie ein. In einem noch im Rohbau befindlichen Gebäude in der Bouguenais-Allee wurde auf Vorschlag des Vereins eine Wohnung behindertengerecht für die Familie fertiggestellt und auch für anwaltliche Begleitung in den folgenden versicherungsrechtlichen Angelegenheiten wurde gesorgt. Alles das konnte jedoch die bisher verfolgte Lebensplanung und Ausrichtung der Familie nicht zurückholen. Serdars Ehefrau Perihan stand plötzlich vor der Herkulesaufgabe, die Rolle des Familienoberhauptes übernehmen zu müssen, Aufgaben übernehmen und Geschicke leiten, wie es bisher von Serdar wahrgenommen wurde. Seine Töchter Bahar, Yagmur und Rüzgar vermissten plötzlich den Rat des Vaters, der für sie so wichtig war. Dennoch hat sich die Familie mit der Zeit an die neue Situation gewöhnen müssen, großartig unterstützt durch die Familien von Cemalettin und Cengiz, einen familiären Zusammenhalt eben, der heutzutage nicht mehr unbedingt zu den gewöhnlichen Begleiterscheinungen privaten Zusammenlebens zählt. Wenn man Perihan bei Wind und Wetter im Ort antrifft, immer den Rollstuhl mit ihrem Mann vor ihren Händen und auch schon selbst erlebt hat, wie liebevoll sie ihren Mann zu Hause pflegt, ringt einem das höchsten Respekt ab. Man begegnet einer Frau in den besten Jahren, die mit einer höchstmöglichen Intensität ihre Rolle angenommen hat, unter Verzicht auf eigene Wünsche und Vorstellungen .

Serdar hat nach Auffassung seines Bruders Cemalettin seit etwa drei bis vier Jahren die Bedingungen seines Lebens akzeptiert, bestimmt auch aus der Kraft und Zuversicht heraus, die ihm seine Familie spendet.

Sein größter Stolz ist das jüngste Familienmitglied, seine Enkeltochter Larin, die am 28. Dezember vergangenen Jahres geboren wurde.

Serdar Aktas war nicht nur ein talentierter Schiedsrichter, der möglicherweise auch noch hätte aufsteigen können. Sein kameradschaftliches Verhalten ist eines der Merkmale, die an ihn erinnern, als er noch aktiv auf dem Sportplatz unterwegs war. Damals, als er noch hin und wieder bei den AH des VfB mittrainierte und dort den Spitznamen Olum erhielt, was auf Deutsch „mein Sohn“ heißt. Es gab auch welche aus den Reihen der sonntäglichen Zuschauer, die ihn mit dem Wort Arkadas begrüßten, dem türkischen Wort für „mein Freund“. Der 53jährige war dem VfB wohlgesonnen und oft bei den Spielen anzutreffen – als er noch gesund war.

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