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Verein | News | 11.01.2021
11.01.2021
2021 - irgendwann zurück zur Unbeschwertheit?

Coronatests, Kontaktbeschränkung, Trainingsverbot, Saisonaus- und
-absetzung. Aber auch Olympia-Träume und einmalige Pokalerfolge:
Das Corona-Jahr 2020 hatte alles im Gepäck. Unsere Sportler blicken
zurück - und voraus.
Rüsselsheim - Ein Jahreswechsel ist für viele Menschen eine
Gelegenheit, um innezuhalten und zurückzublicken: Wie war das
vergangene Jahr? Was 2020 betrifft, kommen viele wohl zu einem
ähnlichen Fazit: enttäuschend. Selten haben die gesellschaftlichen
Faktoren ein Sportjahr so beeinflusst.

Für manche war 2020 aufgrund der verschwindend geringen
Sportanteile ein "Nulljahr", wie etwa Andreas Esper, Trainer der
Rüsselsheimer Judokas, klagt: "Es hat eigentlich jeden ausgebremst."
Auch seinen hochtalentierten Schützling Eduard Trippel. Trotz Profi-
Status konnte der Nationalmannschafts-Judoka nur unzureichend
trainieren. Eine mögliche Olympia-Teilnahme in Tokio fiel vorerst ins
Wasser. Zur EM in Prag Anfang November musste der 23-Jõhrige per
Auto anreisen, wo für ihn aber schon nach Runde eins Schluss war.
"2020 war völlig frustrierend", sagt Esper auch in seiner Eigenschaft
als Sportlehrer an der Immanuel-Kant-Schule. Die IKS hatte vor den
Herbstferien unter größtem Bemühen etliche Pennäler für Vereine
akquirieren wollen. Um nach den Ferien den Vereinssport wieder
auf Eis legen zu müssen. Viel Arbeit sei "einfach verpufft".
Man könne mit den Kindern auf Dauer nicht nur Runden laufen
gehen, meint Esper. Das fördere zwar die Fitness des derzeit stark
eingeschränkten Nachwuchses. Einen Eindruck von der Sportart
Judo bekäme die Jugend so aber freilich nicht. Um die
Leistungssportler macht er sich weniger Sorgen als um die Kinder
im Verein. Erwachsene könnten die Zwangspause eher verarbeiten.
"Was unseren Nachwuchs angeht, bin ich echt gespannt, wie viele
auf die Matte zurückkehren", sagt Esper.

Wie für die Judokas gestaltete sich 2020 auch für Pauline Heinz von
den Hockey-Damen des Rüsselsheimer RK. War die 19-Jõhrige mit
Hochgefühlen ins Jahr gestartet (Nominierung zur A-Nationalmannschaft,
berechtigte Hoffnung auf einen Olympia-Start),
sieht ihre Welt nun anders aus. Ihre schwere Fußverletzung am Tag
der Deutschen Einheit beim Bundesliga-Gastspiel in Berlin wird zur
Geduldsprobe für die Angreiferin. Die Genesung gestaltet sich
nämlich langwieriger als gedacht und setzt mittelgroße
Fragezeichen hinter kommende DHB-Lehrgänge - und den Tokio-
Trip im Sommer.
"Der Mittelfußbruch war definitiv mein Tiefpunkt", erklärt die
Rüsselsheimerin, eigentlich eine Frohnatur. Nach der langen Zeit
des Trainings- und Kontaktverbots durften die Opelstädterinnen just
wieder den Ligabetrieb aufnehmen, als Pauline Heinz ausschied.
Gerade mal vier Bundesligaspiele absolvierte sie bis dahin. Im
Frühjahr, als alles andere ruhen musste, durfte sie sich immerhin
noch individuell auf internationale Einsätze vorbereiten. Ihren
Teamkolleginnen blieb dieses Privileg verwehrt. Die sah sie nur auf
dem Videobildschirm bei Online-Trainingseinheiten.
"Speziell für Mannschaftssportler war 2020 schwierig und
ungewohnt", setzt Pauline Heinz an, "stets nur allein trainieren zu
müssen." Lichtblick für das Hockey-Juwel des RRK: Im September
bestritt sie ihr erstes Pro-League-Spiel für die "DANAS" (Spitzname
der deutschen Hockeydamen) und verhalf ihrem Team in
Düsseldorf zum 3:1 gegen Belgien.

Und die Fußballer der Region? Für die war es selbstredend auch ein
Jahr mit wenig Licht, aber viel Schatten. Nach der Winterpause
starteten die Kicker wie gewohnt in die Saison, ehe der Abbruch und
ein nicht minder diskutierte Re-Start folgten. Für Serdar Parlak (VfB
Ginsheim) ein Mix aus Fluch und Segen: Der Saisonabbruch raubte
dem damaligen A-Jugendtrainer und seinen Verbandsliga-Jungs die
Chance auf den Aufstieg in die Hessenliga - ermöglichte dafür aber
seinen persönlichen Aufstieg. Wie vielen seiner Talente gelang ihm
der Sprung ins Ginsheimer Verbandsligateam. Über die
Sommerpause erhielt er nämlich vom VfB die Chance, als Co-Trainer
bei den Aktiven reinzuschnuppern - um dann als Chef zu
übernehmen.
"Ein Privileg", betont Parlak. Für ihn, erst 24 Jahre jung, ein extrem
früher Start einer Trainerkarriere im Herrenbereich. Lange durfte er
indes nicht Verbandsliga-Luft schnuppern. Nach nur zwei Spielen
unter seiner Regie wurde die Saison im Oktober erneut
unterbrochen. "Ein herber Schlag ins Gesicht", sagt der Trainer-
Jüngling, "da versucht man, was Neues reinzubringen und wird
direkt wieder unterbrochen."
Das gefährliche Virus, der Freiheitsverlust, den eigenen Interessen
und mitunter dem Beruf nicht nachgehen zu können - aus Sicht des
angehenden Grundschullehrers "einfach nur schlimm". Doch bei
allem Frust stellt er klar, dass die Maßnahmen zur Covid-
Bekämpfung richtig seien. Es gehe ja um die Gesundheit aller. Da sei
die Kunst gefragt, aus dem Ganzen das Erfreuliche herauszuziehen.
Für ihn: der Aufstieg als Trainer.

Einen Neuanfang feierte die SKG Bauschheim, die seit dem Sommer
ein Frauenteam beherbergt - das noch keinen Platz auf der
vereinseigenen Homepage fand. Zulauf und Anerkennung dafür
allemal. Danach aber sah es zunächst nicht aus, verrät Trainer Boris
Roth. Nach dem Lockdown im Frühling von der TuS Rüsselsheim zur
SKG gekommen, verlor man etliche Spielerinnen. Der Großfeld-Start
wackelte. Mittlerweile erfreut sich Roth aber an 19 einsatzfreudigen,
lernwilligen Kickerinnen und blickt zufrieden auf die bisherige
Runde zurück. Trotz Platz neun mit 9:30 Toren. Die spiegelten nicht
die wahre Leistung der "Girls" wider. Roth: "Wir im Trainerteam sind
zuversichtlich, dass die Mõdels ihre gute Entwicklung fortsetzen.
Wann immer es denn weitergehen darf."

Für die Kolleginnen vom SC Opel stand 2020 unter einem guten
Stern. Mit ihren erstmaligen DFB-Pokal-Auftritten feierten die
Hessenliga-Fußballerinnen ihren gröten Erfolg - des Jahres, für
viele der gesamten Laufbahn. "Für uns war es ein besonderes Jahr:
besonders herausfordernd, besonders erfolgreich", sagt Trainer Thomas Stein. Von der Hessenpokal-Endrunde über den DFB-Pokalcoup
mit dem entscheidenden Elfmeter zum Sieg über den 1.
FC Nürnberg bis hin zum Duell mit Bundesligist SC Freiburg. "Eine
echt coole Zeit", so Stein, "es war der Lohn für die harte Arbeit in
den Wochen davor und macht Lust auf mehr."
Torfrau Elena Alexopulu geht noch einen Schritt weiter. Für sie war
es das Resultat der zwei Jahre zuvor, als man als Mannschaft
zusammenfand. Vor allem gegen Nürnberg habe man den
Teamgeist gespürt. Die DFB-Pokal-Teilnahme sei die Veredlung des
Jubilõumsjahrs der Opel-Fußballerinnen, die als Abteilung ein
Vierteljahrhundert alt wurden. "Für mich ging ein Kindheitstraum in
Erfüllung", strahlt Alexopulu, "die Pokalspiele waren das Highlight
meiner Karriere. Und das mit 28 Jahren." Zum restlichen Jahr sagt
Kapitänin Sarah Siebert: "Die Unbeschwertheit war weg, die
Ungewissheit dafür groß."

Alle Befragten eint der Wunsch, irgendwann wieder auf die Matte,
den Platz, in die Halle zu dürfen. Bis dahin bleibt die Hoffnung auf
Gesundheit, auf den Impfstoff - und auf etwas Parlaksche Kunst,
der Lage etwas Positives abzugewinnen. Romina Kunze

Am liebsten abheben und 2021 so richtig durchstarten - das möchte Serdar Parlak,Trainer des VfB Ginsheim II.

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