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Verein | News | 12.02.2021
12.02.2021
„Der Frust dürfte allmählich größer werden“

FUSSBALL Wie setzt die Pandemie dem Nachwuchs zu? Die Jugendleiter des VfB Ginsheim und SV RW Walldorf geben Auskunft

Rüsselsheim –

Gemeinsames Leid ist halbes Leid. Sagt man so. Neben den Aktiven sind auch die Jugendfußballer im Kreis Groß-Gerau seit Ende Oktober von jeglichem Spielund Trainingsbetrieb ausgeschlossen. Echo-Mitarbeiter Stephan Stähler unterhielt sich über die aktuelle Situationmit den Jugendleitern des VfB Ginsheim (Stefanie Stieber) und von Rot-Weiß Walldorf (Uwe Wolf ).Nicht nur mit ihren Männermannschaften sind beide Vereine als Hessenligisten aus heimischer Sicht am höchsten vertreten – dies gilt auch für die Jugendteams. Der VfB Ginsheim geht mit seinen A und B-Junioren in der Verbandsligaauf Punktejagd, RW Walldorf ist mit den C-Juniorenebenfalls in der Verbandsliga, mit seinen A- und B-Juniorensogar in der Hessenligaam Ball.

Wie schwer hat die Pandemie Ihren Verein bisher getroffen?

STIEBER: Corona beeinträchtigtdas Training immens.Alles liegt auf Eis. EineArt Trainingsbetrieb, wennman das überhaupt so nennenkann, läuft nur interaktiv und nur online – in den unteren Altersklassen, also G-Jugend, zum Teil auch F-Jugend,nur mit Unterstützung der Eltern. Sofern diese da mitgehen. Wir haben jetzt eine Anfrage beim Gesundheitsamteingereicht, ob wir Distanztrainin gauf dem Platz, unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen, durchführen dürfen. Bei einer E-Jugend haben wireinen Testlauf mit FuPer (Trainingsappfür Jugendfußballer –Anm. d. Red.) gestartet. Wir sind sehr gespannt, wie dasläuft und bei den Spielern ankommt.Es ist einfach sehr deprimierend, mit ansehen zu müssen, wie Spieler und Spielerinnen derzeit zum Pausieren gezwungen sind und dadurchin ihrer Entwicklung ausgebremst werden.

WOLF: Nicht mehr als andere Vereine auch. Inzwischen haben wir uns mit der Situation arrangiert. Die Trainer halten Kontakt und bieten virtuellesTraining an. Seit zwei Wochen wird bei uns auch wieder in Zweiergruppen unter Beachtung der behördlichen Corona-Auflagen und der Hygiene-Vorschriften trainiert. Das klappt sehr gut. Unsere Trainer und Spieler sind da sehr diszipliniert.

Mussten Sie Abmeldungen hinnehmen?

STIEBER: Nein, keine. Darüber freuen wir uns sehr. Das ist aber auch den Trainern zu verdanken, die den Kontakt zu den Spielern permanent aufrechterhalten und da viel Zeit und Herzblut investieren.Wir hoffen, dass die Spieler auch weiterhin dadurch motiviert werden können und den Kopf nicht hängen lassen.

WOLF: Bisher haben nur ganz wenige Spieler unseren Verein verlassen.

Wie gestaltet sich die Planung für die neueSaison? Training ist janach wie vor untersagt.

STIEBER: Schwer einzuschätzen. Solange der Verband keine Entscheidungen trifft oder eine Linie vorgibt, gibt es keine großen Handlungs-und Planungsspielräume. Darum gehen wir bei der Planung so vor, wie in den vergangenen Jahren auch.

WOLF: Da ist noch vielesSpekulation. Keiner weiß, wieviele Spieler nicht mehr „zurückkommen“. Aber die Personalplanung bei den Trainernist bereits so gut wie abgeschlossen. Bei der Teamplanung gehen wir von den jetzigen Zahlen aus. Ich glaube auch nicht an große Verluste. Es gibt auch schon wiederzahlreiche Anfragen von externen Spielern für ein Probetraining. Lücken wird es also keine geben. Aber zunächst bauen wir auf den eigenen Nachwuchs.

Sollten Jugendliche weiterhin nicht auf Sportplätze dürfen?

STIEBER: Einerseits kannich die Bedenken der Politikverstehen, aber andererseits lassen sich die Kids nicht davon abhalten zu kicken. Nur dass sie es auf dem Sportplatz unter Hygiene-Auflagen und somit kontrolliert tun, statt sozusagen frei Schnauze spielen. Da wäre die Ansteckungsgefahrviel größer.

WOLF: Meine Meinung ist,dass Training im Freien mit den nötigen Hygiene-Maßnahmen denkbar wäre. In Zweiergruppendarf man ja trainieren. Ich hoffe, dass die Trainingsgruppenbald wiedergrößer sein dürfen.

Was könnten die Folgen dieses Sportplatzverbots sein?

STIEBER: Der Frust dürfte allmählich größer werden. Mit der Zeit werden sich die Spieler immer weniger an die Regeln halten. Sie könne nsich nicht auspowern und ablenken.Ihnen fehlt ein Stück Normalität in ihrem Alltag. Man muss das Ganze mal ausder Sichtweise der jungen Spieler und Spielerinnen sehen: Trainer und Trainerin sind auch Vertrauenspersonen, mit denen sie Problemeaus der Schule, mit den Eltern und in der Ausbildung bereden können, sich einen Rat einholen oder einfach auch nur aussprechen können. AlsTrainer ist man ja längst nich tnur für das Sportliche zuständig, sondern gleichzeitig noch als Psychologe, Motivator und Sozialpädagoge gefragt.

WOLF: Die einzige Gefahrsehe ich in einem Abdriften zu anderen Freizeitaktivitäten. Aber letzten Endes glaube ich bei den meisten Kindern und Jugendlichen, dass ihre Freude am Fußball ungebrochenist und sie – sobald es wieder möglich sein wird –wieder heiß sind auf die Kugel.

Die Saison liegt seit Ende Oktober auf Eis. Wie und wann sollte es weiter gehen?

STIEBER: Unterbrochen ist relativ. Bei einigen Mannschaftenin diversen Altersklassen hat sie eigentlich nie richtig angefangen. Von daher ist eine Fortsetzung – auchnur mit einer Hinrunde – gar nicht durchführbar. Auch für die Teams, die schon Spiele hatten, wird es schwierig, au fein faires Ergebnis zu kommen.Von einer Pokalrunde wollen wir gar nicht erst reden. Vor Ostern ist in meinen Augen an eine Weiterführungder Runde nicht zu denken.Die Infektionszahlen sinken zum Glück. Da aber die neuen Mutationen von den Virologennoch nicht richtig eingeschätzt werden können, wird sich die Politik schwer tun,sich zu Lockerungen durchzuringen.

WOLF: Der Verband hat ja bereits in einer Videokonferenz durchblicken lassen, dass auf jeden Fall die Vorrundebis zum Sommer gespieltwerden soll. Danach muss man sehen. Ich glaube derzeit nicht, dass eine komplette Saison gespielt werden kann. Alles, was dann entschieden wird, werden einige Vereine immer als ungerecht bewerten. Je nach eigener Situation.

Wie gestaltet sich bei Ihrem Verein die Durchlässigkeit von der Jugendzu den Aktiven?

STIEBER: Wie man an unserendrei Männer-Mannschaften sieht, ist die Durchlässigkeit gut. Unsere U21 und U23 rekrutiert sich praktisch ausschließlich aus dem eigenen Nachwuchs. Immer wieder haben es einige aus der eigenen Jugend in den Hessenligakader geschafft. Wir sind stark daran interessiert, unseren Spielern, die aus der A-Jugend herauskommen, eine Perspektiveim Aktivenbereich zu bieten. Dafür bilden wir sie ja auch aus.

WOLF: Schon ganz gut. Bei solch einem Potenzial an eigenen Jugendspielern, die mit den B- und A-Junioren in der Hessenliga vertreten sind, sollten die Talente unbedingtweiterentwickelt werden. Einige Spieler und deren „Manager“– also Väter – machen es uns allerdings auch nicht gerade leicht. Da fehlt manches Mal einfach die Geduld für die weitere Entwicklung. Die Trainer müssen da ganz schön viel Energie aufwenden, um ihre eigenen Nachwuchsspieler weiterzubringen .Darüber wurde vor Kurzem mit allen Verantwortlichender Fußballabteilung ausführlich gesprochen.

STEPHAN STÄHLER

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