Verein

Vereinskalender

Vereinslokal

Aktive

Nachwuchs

AH

Events

Fans

Media

Sponsoren

Kontakt

Impressum


Verein | News | 02.04.2021
02.04.2021
Ein Blick zurück

…Generalversammlung des SV 1924 Ginsheim am 6. Februar 1938

In Zeiten wie diesen, in denen die Ausübung des Fußballsportes nicht möglich und die Öffentlichkeitsarbeit nur auf wenige Themen beschränkt ist, nehmen wir die Gelegenheit wahr, einmal in die Geschichte des Vereins hineinzuschauen mit dem Blick auf interessante Begebenheiten aus längst vergangenen Tagen.

Wir berichten vom Vereinsleben der Ginsheimer Fußballer im Jahre 1938 und nehmen hierbei Bezug auf die Generalversammlung 1938, zu der der Verein unter seinem damaligen Namen SV 1924 Ginsheim für den 6. Februar in das Lokal von Fritz Schnecko in der Mainzer Straße eingeladen hatte. 42 Mitglieder erschienen zu der auf 17.30 Uhr terminierten Zusammenkunft, die von dem 1. Vorsitzenden August Christ mit seinem Jahresbericht eröffnet wurde. Wie im Protokoll von Hans Ambach nachzulesen ist, ging Christ, dessen Amt in jenen Tagen auch mit Vereinsführer bezeichnet wurde, zu Beginn seiner Ausführungen auf den Aufstieg der 1. Mannschaft zur 1. Kreisklasse ein. Er dankte den Spielern für ihre „Opferbereitschaft und Hingabe“, die diesen Erfolg möglich gemacht hätten. Weiterhin erwähnte er den vergangenen Maskenball und die Durchführung der „Werbespiele“, die mit einem Überschuss von 119,00 Reichsmark (RM) wesentlich „zur Stärkung unserer Kasse beigetragen hätten“.
Anschließend ergriff Kassenprüfer Hans Ambach das Wort mit einem Überblick „über die Geldgeschäfte“ und betonte, dass vor allem auch die Platzeinnahmen, bedingt durch den Aufstieg, eine erhebliche Steigerung erfahren hätten. Er dankte Kassierer Georg Hauf für seine einwandfreie und „mustergültige“ Kassenführung und „erteilte ihm vollkommene Entlastung“.
Unter Punkt 3 der Tagessordnung gelangte die Generalversammlung nun zur Wahl der Vereinsführers. August Christ – seit 1926 an der Spitze des Vereins - dankte seinen Mitarbeitern für die geleistete Unterstützung im Laufe des abgelaufenen Vereinsjahres und schloss dem seine Bitte an, „von einer Wiederwahl absehen zu wollen“. „Es sei ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich, sich voll und ganz für die Geschicke des Vereins einzusetzen“. Christ bestimmte nunmehr den Sportkameraden Jakob Schnecko zum kommissarischen Leiter der Versammlung. Es folgte eine längere Debatte, in der neben dem seitherigen Vereinsführer die Sportkameraden Heinrich Kunz und Jakob Schnecko für das Amt vorgeschlagen wurden. Nachdem Kunz und Schnecko abgelehnt hatten, ließ sich August Christ erneut auf seine Wahl ein und bekleidete dieses Amt dann doch noch bis 1945.

In den heutigen Tagen unvorstellbar, hatte damals der 1. Vorsitzende offenbar das Recht, den Restvorstand zu bestimmen; eine andere Deutung lässt die Niederschrift des Protokollanten nicht zu. Christ ernannte Johann Jakob zu seinem Stellvertreter, Georg Hauf zum Kassierer, Philipp Kirschner als Schriftführer (Protokolle Hans Ambach), Heinrich Kunz zum Spielausschussvorsitzenden und Johann Metzger zum Jugendleiter. Daneben wurden Heinrich Baumgärtner und Jakob Schnecko zum Beirat ernannt (heute Beisitzer), Hans Diehl zum Schiriobmann eingesetzt, Adam Plößer als Dietwart benannt und ein Sportkamerad namens Schmitz (Vorname leider nicht festgehalten) wurde für das neue Vereinsjahr zum Vereinsdiener beauftragt. Dem Ältestenrat gehörten Ernst Traupel, Georg Mathes und Johann Merz an.
Unter Bezugnahme auf Punkt 4 der Tagesordnung wurde der Beschluss gefasst, am 19. Februar den jährlichen Maskenball im Saale Meixner (Friedrichstraße) „abzuwickeln“, zu dem die Sportkameraden Ambach und Rauch mit der Einberufung eines Komitees und zur inneren Ausgestaltung der Veranstaltungsstätte beauftragt wurden. Als Eintrittsgeld festgelegt wurde 0,35 RM, für Tanzkarten und für Masken waren jeweils 1 RM zu zahlen. Die musikalische Begleitung sollte eine 7- Mann-Blasmusik des Musikvereins 1924 Ginsheim übernehmen.
Abschließend bedürfen die Begriffe Dietwart und Vereinsdiener noch einer näheren Erklärung. Ein Dietwart hat seinen Ursprung im Österreichischen Turnerbund seit den dortigen Anfängen der Turnvereine. Er war ein Amtsträger mit der Zuständigkeit für Festgestaltung, Festreden, Jugendbetreuung und Ähnliches. Auf die heutige Zeit bezogen, könnte man einen Dietwart mit Vergnügungs-Veranstaltungsausschuss gleichsetzen. Bei einem Vereinsdiener dürfte es sich um einen Gehilfen des Vorstands gehandelt haben, der möglicherweise Mitteilungen an die Mitglieder zugestellt, Aushänge verteilt und ggf. auch die monatlichen Mitgliedsbeiträge eingenommen hatte.
Ob im Jahr 1939 vor unmittelbarem Kriegsbeginn noch eine Generalversammlung abgehalten wurde, geht aus den archivierten Unterlagen des Vereins nicht hervor.

August Christ, 1. Vorsitzender 1938

VfB-Ginsheim Smartphone-App
für iPhone und Android laden ...

FuPa.net: Tabellen/Statistiken
1. Mannschaft
U23
U21
U19
website security